3 Jahre Wohnzimmer

Im Zuge unseres 3-Jährigen Jubiläums sammeln wir hier ein paar Stimmen von den Wohnzimmerbewohnern, den Wichteln, und allen die irgendwie mit uns zu tun haben.

Die Frage war:
Wie seid ihr ins Wohnzimmer gekommen, und was ist das Wohnzimmer für euch?

Klickt einfach den Namen an, um das jeweilige Statement zu lesen.
Wir werden nach und nach weitere Stimmen hinzufügen.

Sebastian (Hübi – Wichtel)

2010 bin ich nach Marburg gezogen, doch es hat bis Mitte 2011 gedauert, dass ich das Clou für mich entdeckt habe – tolle Atmosphäre, nette Menschen, und feuchtfröhliche Abende. Das Clou wurde mit der Zeit zur ersten Anlaufstelle. Irgendwann lernte ich durch meinen Mitbewohner dann auch den Hannes kennen. Eigentlich kannten wir uns eher flüchtig. Ich war oft im Clou und im Till-Dawn, mein Mitbewohner hat in beiden Läden gejobbt, und so wurde ich das ein ums andere Mal am Ende des Abends mit herausgekehrt, nur um dann doch noch mit Belegschaft und Cheffe einen übern Durst zu trinken.

Dann 2015 kam die Meldung: Hannes ist verrückt. Der hat alles verschenkt und will das Clou auf Schenkungsbasis weiterführen. Das kann doch alles gar nicht funktionieren. Und ja, das dachte ich anfangs auch. Doch die Stimmung im jetzt umbenannten Wohnzimmer war weiterhin super, viele Skeptiker wollten sich vom Konzept überzeugen – oder zumindest dabei sein, wenn es scheitert. Leute sind gekommen und wieder gegangen. Wichtel, wie wir uns freiwillige Helfer nennen, kamen und gingen. Doch eins kam bisher nicht: Das Scheitern!

Hannes mag für den einen oder anderen verrückt sein. Aufgrund seiner Einstellung und seines Blogs mag er für viele ein typischer Aluhutträger sein, der den Bezug zur Realität verloren hat. Doch leben wir nicht alle in unserer eigenen Realität? Auch wenn ich zu vielen Dingen, über die Hannes redet kaum einen Bezug habe, ändert dies nichts an meinen Gedanken über dieses Projekt, über unser Wohnzimmer. Wir haben hier einen Ort in dem das ICH in den Hintergrund tritt, und in dem das WIR in den Vordergrund rückt. Für den Einen mehr, für den Anderen weniger. Jeder gibt so viel er kann und nimmt so viel er braucht. Und dafür möchte ich euch Allen – egal ob Wichtel, ob Dauerbewohner oder Durchreisender – danken!

Danke für 3 tolle Jahre. Auf die nächsten.

Samira (Wichtel)

Hm, ja, hm.
Mein Weg führte mich über viele Zufälle (die es ja eigentlich garnicht gibt, oder?) zum Wohnzimmer. Ich wohne zwar schon seit 2013 in Marburg, meine erste, unschuldige Aufwartung machte ich aber dann erst Mitte 2014 – schon wenige Wochen später wollte ich den blöden Laden aber auch nicht mehr missen. Grund dafür sind keine Echsenpersönchen im Bierkeller sondern Menschen, die mich mit ihrer prüden Offenheit aufnahmen, als wäre ich von Anfang an da gewesen. Viele haben mich durch die Abenteuer des Wohnzimmers begleitet, nicht alle von Anfang an, viele nicht bis heute, manchmal gingen wir als Feinde auseinander, öfter als stille Freunde – aber immer habe ich etwas aus diesen Begegnungen gelernt, mehr als zuvor in meinem Leben. Ich gehöre zu den Menschen, die sehr viel Halt in den verqueren Vollidioten des Wohnzimmers gefunden hat und ihre Akzeptanz hat mich zu jemandem werden lassen, der endlich auf sich selbst Stolz sein kann – und Gott sei Dank tut meinem eigensinnigen Wahnsinn keinen Abbruch.

Aber ich will euch nicht zu viel loben, schließlich existieren unsere Freundschaften zu einem nicht unerheblichen Teil auch daraus, dass ich mich dauernd mit euren Mimimi’s herumschlagen muss. Das Gefühl, dass in vielerlei Situation eine entschlossene Hand gebraucht wurde, hat mich tief im Wirken des Wohnzimmer’s verankert; schließlich ‘macht’s ohne mich ja keiner’ und überhaupt, ‘was würdet ihr denn ohne mich machen’. (Vermutlich einen gemütlichen Abend haben aber wer will das schon.) Durch all dies konnte ich ja auch nicht ignorieren, wie viele Kontroversitäten in diesen wenigen Quadratmetern kursieren und ich werde nicht den Elefanten im Raum ansprechen sondern lieber sagen: Ich bin froh über das, was ich hier gefunden habe und ich bin noch glücklicher darüber, dass ich mir aussuchen darf, was ich dort finde.

Ja, was ich letztens erst gehört habe, scheint treffend zu sein; wir sind vieles aber vermutlich nicht das, was man sich erzählt. Und das, was mich am meisten in diesem Satz interessiert, ist das wir. Egal, was man über uns sagt, was jeder von uns verstanden hat und anderen gerne vorlebt, ist, dass es keinen Egoismus geben sollte, sondern, dass das Wir im Vordergrund steht. Die Linksextremisten aus Marburg werden mir bestimmt die Worte im Mund herum drehen und uns mal wieder als Kommunisten konnotieren, wenn sie das lesen sollten, aber zum Glück ist mir das egal. Zum Glück kann mir das egal sein, solange ich weiß, wo ich hingehöre.

Mel (Wichtel)

Als kleines “Kapuzenmädchen” bin ich damals im Frühling 2015 das erste Mal ins Wohnzimmer gekommen. Zuerst nie alleine und immer im Schutz meiner Freunde. Das erste halbe Jahr hat sich das kaum geändert.

Trotz meines schützenden Bekanntenkreises haben es ein bis zwei Leute geschafft bis zu mir durchzudringen, sich vorzustellen und sogar mehr als Smalltalk mit mir zu reden. Ich kann mich an die erste Begegnung mit kukuk oder das erste Gespräch mit Waldi erinnern als wäre es gestern gewesen. Ich weiß noch, was für ein Kampf es damals war mich zum Karaoke zu überreden oder mich dazu zu bringen mich zu jemand anderem zu setzen. Zu meinem Pech (oder war es eher Glück?) sind nur noch wenige aus meinem damaligen Umfeld haute noch regelmäßig im Wohnzimmer.

Ich hatte vorher nie so viel Kontakt mit “Nicht-Blinden” und musste einiges lernen und in viele Fettnäpfchen treten. Ich habe Quantensprünge gemacht und Erfahrungen, die ich nie zu machen erwartet hätte. Es kommt eben immer anders als man denkt.

Von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen springend und Eindrücke hinterlassend, die ich nicht hinterlassen wollte, machte ich also naive kleine Vorwärtsschritte. Kaum hatte ich mich versehen, war ich plötzlich Teil der Wohnzimmer-Gemeinschaft.

Wenn ich heute ins Wohnzimmer komme kenne ich fast jeden und einige von euch sind Freunde geworden, die mir unheimlich viel wert sind. Ich habe nicht mehr das Gefühl ständig nur im Weg zu stehen.

Für mich ist das Wohnzimmer ein Ort wo ich Masken fallen lassen darf.
Was man im Wohnzimmer wirklich lernt ist, dass man seltsame Leute ins Herz schließen kann und dass man selbst seltsamer ist als man dachte.

Klar geht ihr mir teilweise auf den Keks oder bringt mich dazu wütend zu werden. Manchmal verstehe ich euch einfach überhaupt nicht oder glaube nicht, dass wir alle wirklich ein gemeinsames Anliegen haben. Aber ich habe euch nunmal furchtbar dolle lieb und ich will keine andere Gemeinschaft mehr.

Stephi (Wichtel)

Es war vor etwas mehr als einem Jahr als ich das erste mal diese wundersame kleine Welt, die unser Wohnzimmer ist, betreten habe. Aber die Zeit ist an sich ist relativ und wann was wie wo passiert ist, hat eigentlich keine Bedeutung, die Hauptsache ist, dass WAS passiert ist.
Und es ist vieles in diesen Räumen passiert.
Ich traf Leute die ich nicht verstand aber mochte, welche die ich kennen lernte und mich mit Ihnen gut verstand. Viele die ich nun als Freunde bezeichnen kann und auch welche, die ich eben als das komplette Gegenteil empfinde.
Ich hatte dort die interessantesten Gespräche, die wundersamsten Begegnungen, merkwürdige Gedankengänge und lustigsten Situationen.

Durch meine eigenen Probleme hatte ich oft die Angst mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen, doch schon vom ersten Moment an, ging es mir in unserem Wohnzimmer nie so. Man hat sich einfach hingesetzt und keine 2min später war man in einem Gespräch mit Menschen die man gar nicht oder kaum kannte.
Man hat gelacht, geredet und die Zeit vergessen. Die ganzen Alltagssorgen entweder mal in die hinterste Ecke der Gedanken geschoben oder aber über sie diskutiert.

Ich habe die Liebe und Leidenschaft für Magic entdeckt.
Wobei ich meine erste Begegnung mit dem Spiel durch 3 einfache aber lautstark rübergebrachte Worte von der Mother of Magic erlebte.
Das harte Training bei dem(von mir liebevoll genannten) Magic-Meister und die unzähligen Spiele die darauf folgten mit den Menschen die ich nicht kannte, zeigten mir wie leicht es sein kann und wie viele gute und frustrierende Situationen man erlebt.
Es brachte mich Menschen näher, zu denen ich anfangs keinen Bezug hatte und die sich im Nachhinein als Gleichgesinnte herausstellten.

Natürlich ist nicht immer alles kunterbunt und wir sind nicht vollkommen, aber gerade das macht es zu einem Ort, an dem alles passieren und wo man jeden kennenlernen kann.

An einem Abend, das weiß ich noch genau, ging es mir echt mies. Ich hatte mit vielen Problemen zu kämpfen. Probleme die ich mir selber machte, indem ich versuchte immer für jeden da zu sein und selbst in meinem Chaos versank. Ich war gut 3 Monate nun schon im Wohnzimmer ein und aus spaziert, als ich mir einen Block, einen Stift und einen ruhigen Flecken im Raucherraum suchte. Ich fing an zu schreiben. Alles was mir Grade durch den Kopf ging und schlussendlich ist mir nur eine Stelle wirklich in Erinnerung davon geblieben:
” der Ort für das Selbst ist kein Raum… der Ort sind Menschen. Der Ort ist ein Gefühl vom Sein und er blüht auf durch die Verschiedenheit der Menschen.”
Und genau das ist es was unser Wohnzimmer so einzigartig für mich macht. Die Verschiedenheit der Menschen die man hier treffen kann, lässt einen das Gefühl zuteil werden, gleichzeitig ein Sandkorn im Wind zu sein und der bedeutende Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt.
Und dieses Gefühl brachte für mich so viele wundervolle Begegnungen. Menschen die für mich Familie geworden sind, Menschen bei denen ich weiß, dass ich Ihnen alles erzählen kann, Menschen die ich liebe.

Vor kurzem erst hatte ich eine wundervolle Nacht im Wohnzimmer.. Nicht was ihr jetzt vielleicht denkt, aber ich fange einfach mal von vorne an:
Ich hatte als Wichtel oft das Gefühl, dass ich einige der Wichtel eigentlich kaum kenne. Wie denn auch, man sah sich ja nicht ganz so oft. Doch oft ging ich einfach hin, redete mit Ihnen und zog meine Erfahrung daraus. Doch ich kam nie dazu mit einer Person wirklich zu reden, also mehr als nur das übliche Smalltalk gequatsche.
Es war Mittwoch und eigentlich wollte ich gar nicht lange bleiben, aber dann hatte ich plötzlich keine Lust mehr so früh zu gehen. Wir spielten ein Spiel und über die Zeit leerte sich das Wohnzimmer. Doch genau die Person, mit der ich die ganze Zeit nicht wirklich reden konnte war noch da und wir redeten, wir redeten über so vieles und so interessante Themen, dass wir überhaupt nicht mitbekamen wie die Zeit verging. Als wir uns dann verabschiedeten (irgendwann am nächsten Tag) verabschiedeten wir uns als Freunde und umarmten uns.
Ich schätze diese Person sehr, für all das was sie ist. Die freundliche Art, ihr lachen, ihre Denkanstöße und Diskussionen. Diese Person ist an jenem Abend ein so enger Freund geworden, dass ich sie nicht mehr in meinem Leben vermissen möchte.

Und all das sind nur Bruchstücke von all dem was ich erlebt habe in unserem Wohnzimmer. Viele Dinge erzähle ich gerne, viele behalte ich gerne für mich. Doch das Gefühl von mittendrin statt nur dabei, wird jeder sofort bemerken wenn er nur mit offenen Augen zu uns kommt.

Philipp Leo (Leonidas – Bewohner)

Ich weiß gar nicht mehr genau, wann ich das erste mal ins Wohnzimmer gekommen bin, aber es ist jetzt wohl etwas über ein Jahr her.
Der ursprüngliche Grund – ich muss es ganz ehrlich sagen – dort hin zu gehen, war die Foodsharing-Station, die es damals in ja in großem Umfang gab, und kurze Zeit später der Billardtisch (und ich kam natürlich nicht ohne die allgemein bekannten Gerüchte im Gepäck dort an).

So habe ich meine erste Zeit im Wohnzimmer überwiegend im Billardraum und an der Theke (in Kneipen wegen der Nähe zur Quelle üblicherweise mein Lieblingsplatz) verbracht und hatte kaum bzw keinen nennenswerten Kontakt zu Menschen im Wohnzimmer.
Eines Abends dann saß ich reichlich geknickt mit meinem Bier und Gedanken, die ich eigentlich mit niemandem teilen wollte, an der Theke als plötzlich eine mir so gut wie völlig unbekannte Person neben mir stand und mich fragte, ob alles in Ordnung sei bzw. was denn los sei.
Für mich war es bis dahin ziemlich ungewohnt, von Menschen angesprochen zu werden (ich kann mich sogar noch recht gut zumindest an den Beginn des Gesprächs erinnern), die an meinen Sorgen und Problemen teilhaben wollen.
Richtig angekommen im Wohnzimmer war ich, als ich auf der Halloweenparty 2016 abermals an der Theke sitzend von einer unbekannten Person angesprochen wurde und ich erstmals den Platz an der Theke verließ, um mich zu anderen Menschen an den Tisch zu setzen…

Seitdem hab ich natürlich nicht nur schöne Abende im Wohnzimmer verbracht und nicht mit jedem bin ich direkt klar gekommen, aber ich habe dort unvergleichliche Momente erlebt und ganz besondere, liebenswerte Menschen getroffen, die ich nicht mehr aus meinem Leben wegdenken möchte.

Und ich habe es bestimmt schon mal erwähnt, sowas passiert mir schon mal, aber hätte Mephisto Faust ins Wohnzimmer gebracht, hätte er seine Wette wohl gewonnen…
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich mit Sicherheit niemals den Entschluss bedauern werde, in die Gisselberger Straße zu gehen um mir einen Laib Brot zu holen…

Ine (Bewohner)

Als ich im September 2016 eher durch einen Zufall das erste mal im Wohnzimmer aufschlug, war ich vom Leben gezeichnet und am Boden zerstört. Was ich dort auffand war für mich kaum zu beschreiben. Jeder kümmerte sich um Jeden. Es wurde gemeinsam gelacht, geweint, gefeiert und getrunken. Es war und ist unglaublich, mit all seinen Höhen und Tiefen. Einfach grandios.
Hannes kannte ich schon aus dem Till Dawn und seinen “Ausstieg aus dem System” (welchen Andere gern als “Hannes ist verrückt geworden” bezeichnen), hatte ich auch mitbekommen und fand es super mutig und bewundernswert. Er setzte ein Zeichen, was Andere sich niemals getraut hätten.

Auch an diesem Abend an dem ich aufschlug, wurde diese Meinung gefestigt. Menschen aller Art, saßen zusammen und verbrachten den Abend in geselliger Runde miteinander. Egal ob Debatten über den glauben, Billiard oder Dart spielen oder einfach nur beim gemeinsamen Bier chillen.
Die Wohnzimmerregeln appellieren an ein liebevolles und harmonisches Miteinander.
Von den Gerüchten die herum gehen/gingen distanziere ich mich bis heute, da sie eher dem Bild von “Stille Post, nur in laut” entsprechen. Soll bedeuten: Es werden Dinge gesagt und vielleicht durch dritte verfälscht und dann von vierten geglaubt ohne zu hinterfragen und werden dann laut raus posaunt. Für meinen persönlichen Geschmack etwas für Menschen, die nicht so gern hinterfragen und gern mit der breiten Masse gehen. Viel Spaß dabei *daumen-ironisch-nach-oben-richte*

Ich für meinen Teil wurde dort aufgefangen. Mir wurde gezeigt, dass ich gut bin so wie ich bin, und sollte ich mich mal daneben benommen haben, wurden ein paar liebevolle, verbale “Dachlatten” verteilt und mir wurde gezeigt wie es auch anders gehen kann.
Ich erkannte meinen Wert und machte seitdem was meine Psyche angeht krasse Fortschritte. Es ist kein Geheimnis, das 80% des Publikums im Wohnzimmer vom Leben gebrochene Menschen sind. Im Gegenteil, man weiß es einfach und geht dementsprechend miteinander um. Man wird verstanden, auch wenn man mal nicht wie gewohnt funktioniert und es wird einem Hilfe angeboten. Auch mir! Und es hat für mich mein Leben verändert.

Das Wohnzimmer kann man nicht beschreiben, man sollte es erlebt haben.
Für mich ist es meine Familie geworden. Der Ort an dem ich akzeptiert werde wie ich bin und eine Menge lustige wie auch erkenntnisreiche Abende hatte.
Seit es den “Happy Kids Day” gibt, sind meine Tochter und ich auch dort fester Bestandteil. Dort ist dann alles Kindgerecht mit Kaffee für die Großen und Tee und Säfte für die Kleinen sowie Kuchen für alle. Dort lauschen wir den Wünschen und Gesprächen der Kinder, gestalten gemeinsame Kunstprojekte, meditieren mit Anja am Klavier oder “Jung und Alt” hüpfen gemeinsam über Tische und Bänke.
Vor einiger Zeit äußerte meine Tochter: “Mama? Weisst du was mein mit schönster Tag war? Als wir das erste mal beim “Happy Kids Day” waren.”
Mehr braucht man dazu glaube ich nicht mehr sagen.

Seit über einem Jahr bin ich fester Bestandteil dieser wundervollen Einrichtung und bei meiner Therapeutin spreche ich öfter vom Wohnzimmer als “DIE Selbsthilfegruppe des Lebens”. Auch meine Therapeutin ist erstaunt welche positive Entwicklung ich gemacht habe seit ich dort hin gehe. Was akzeptiert werden doch für eine Wirkung haben kann. 😉
Und nicht zu verachten ist, dass Jeder Jedem hilft wie er nur kann und Dankbarkeit ein großer Faktor in allen Bereichen ist. Egal bei was.
Es ist einfach wundervoll <3

In Liebe Ine

Ines Tochter (Happy Kids Day Veteran)

Was kannst du über das Wohnzimmer sagen?

A: es ist schön. Es ist ein guter Ort zum Geburtstag feiern. Die Leute da sind immer sehr nett. Besonders Anja und Hannes. Und es gibt leckeres Essen, nur nicht Alles ist lecker, z.b. die Brennesselschnecken von Mama nicht!

Was magst du da am liebsten?

A: Anja und Hannes. Die spielen immer sehr gut mit den Kindern da und am liebsten mag ich den Raum wo man auf den Tischen rum springen kann.

Gibt es etwas, das du nicht toll findest?

A: Garnichts, ich kann eigentlich nur Gutes sagen.

Gibt es etwas was dir dort besonders gefällt?

A: Anja und Hannes beschäftigen sich immer gut mit den Kindern da und muntern uns auch auf, die wollen ja keine traurigen Kinder da.

Was machen die denn so mit Euch?

A: Zum Beispiel kitzeln die uns, lassen uns Klavier spielen, spielen mit uns Fangen.
Plakate haben die mit uns gemalt und spielen mit uns Tiere wenn sie Zeit haben. Und Huckepack. Aber nur manchmal.

Würdest du sagen, dass das Wohnzimmer ein toller Ort ist?

A: Nein! Sondern ein ganz besonderer Ort der nie abgerissen werden soll & immer da bleiben soll.

Wie würdest du das Wohnzimmer beschreiben?

A: hm… da sind immer ganz viele Kinder. Die haben da spass. Und da gibts so ne anja und ein hannes.
Manchmal machen wir einen Zaubertrick und zwar “sehen ohne Augen”, da kriegt man so ne Brille vor die Augen und jemand hält ein buntes Papier vor die Augen und der der die Brille vor den Augen hat, muss die Farbe vom Papier erkennen.

Was machen die Eltern der Kinder da?

A: Manchmal treffen sie sich an der Theke wo das essen steht und reden miteinander und manchmal spielen sie mit den Kindern.
Einmal hat Larissa uns Kindern die Gesichter geschminkt und die Stephi ist lustig, die war mal ein Schmetterling.

Was würdest du dir für das Wohnzimmer wünschen?

A: hm… das noch mehr Kinder kommen und eine Hüpfburg. Denn Hüpfburgen mag ich.
Und das es das Wohnzimmer für immer und ewig gibt.

Darf Hübi das auf die Homepage im Internet stellen, das andere vom Wohnzimmer erfahren?

A: ja… Hübi hüb hüb hüb *kicher*

Hannes (Wichtel)

Wie bin ich ins Wohnzimmer gekommen?

Anno 2005 bin ich nach Marburg gezogen, sehr schnell nach dem Sascha meine Magickarten sah, lud er mich ein in eine Kneipe zu gehen in der sein Kumpel Johnathan Donnerstags Dienst hatte und wir ab 1 Uhr die Tür schließen dürften. So begonnen wir gemütlich Donnerstags Nachts von 1 Uhr bis teils in den Freitag Vormittag herein Magic zu spielen und Bosch Braunbier zu trinken. Die legendären Magicnächte in der “Musikkneipe Clou” ❤ Im Herbst 2005 fingen wir an, auch während des Betriebes zu kommen, zugegeben vorher war ich nur sporadischer Gast von Kneipen. So entstand die Offene Magic Runde am Donnerstag, die es heute nach 13 Jahren immer noch gibt. Hammer! Schnell lernte ich Helmut, den damaligen Inhaber und sein Team von liebenswürdigen Irren, wie ich mich auch immer empfand, kennen. Helmut, ein Genie an Mensch und Querulant! Oberflächlich ein 50 Klio-Hemd, immer mit einer Flasche Kristallweizen (wehe im Glas und Zitrone!) in der Hand, in Hausschuhen dauerrauchend Ernte 23, (was sonst) durch die Kneipe schlurfend. Dahinter, ein dem eigenen Geschlecht zugewandtem Leuchtendes Wesen mit dem man ohne Probleme einen ganzen Tag über den Sinn des Lebens philosophieren kann, auch wenn er seinen Alkoholismuss und seinen Rest des Lebens kummerlos akzeptiert hatte, ein brillianter Geist, dem weder der Alkkohol noch die physischen Leiden des Körpers die Schlagfertigkeit rauben konnten. Klar das er seine Marburgern Studenten Kirstallweizen-trinkend durchs Latinum gebracht hat, sofern er nicht grade Mathematik oder ich glaube griechisch als Ex-Professor vermittelt hat. Schnell haben wir uns verstanden und ich bin vom Stammgast zur Thekenschlampe mutiert, da ich zu der Zeit grade die “Hard’n’Heavy Marburg” aufbaute, lag der Mittwoch nahe und so entstand 2006 der Metalstammtisch, dem ich mich auch heute noch jeden Mittwoch widme. Nach Einführung des Nichtraucherschutzes brachen die Umsätze ein und Helmut übergab mir im April 2008 einvernehmlich die Kneipe und auf ein mal war ich Gastwirt, jaja, wer nix wird 😉 Ab 2009 übernahm ich dann das ehemalige Kult heute Till Dawn mit Sascha und hatte dort meinen Fokus, bis ich im März 2014 aufgewacht bin und wusste, das ich aus der Musikkneipe Clou unser “Wohnzimmer” starte und fing an heimlich zu planen. Ich liebe es ins kalte Wasser zu springen, dieser intuitive Lebensweg hatte mich mit 26 Jahren zum DJ, Gastwirt und Diskothekenbesitzer geführt, ich denke da ist es ist für jeden Verständlich, das ich meinem Weg da treu blieb, meinen Gefühl zu folgen, auch wenn mir dies mal signalisiert, alles zu verschenken, trotz des verständnislosem Gegenwindes meines Umfeldes. Nun darf ich mit Spannung beobachten, wohin das alles so führt, it’s fantastic!

Was ist das Wohnzimmer für euch?

Der KNALLER! Völliger Wahnsinn! Für viele auf Dauer eine Herausforderung, doch die, die es meistern, begreifen worum es geht und kämpfen um “Unser” Wohnzimmer. Klar ich bin der Arsch der Gelegentlich mit den unbequemsten Meinungen und Thesen aufwartet um alle an die “Freie Meinung” zu erinnern oder auch um mal dem einen oder der anderen ihre/seine Hochmütigkeit zu spiegeln. Und ich genieße es, nun nach 3 Jahren hab ich noch nicht einen Punkt gefunden, der mich an meinen Entscheidungen hat zweifeln lassen. Im Gegenteil, das war die Startrampe um in meinem Leben völlig bewusst, die Zügel meines Handelns und die Richtung meines Weges meinem Herz zu übergeben, während der Verstand Hochleistungsarbeit leistet, um die Geschwindigkeit der Geschehnisse zu verarbeiten. Kein Tag ist wie der andere, ich habe wunderbare Menschen kennenlernen dürfen, die ich alle in mein Herz geschlossen habe, selbst diejenigen die ich auch mal rausschmeißen musste. Seit dem Sommer 2017 hab ich aktiv begonnen, mich etwas zurück zu ziehen und mich sozusagen auch als Wichtel zu sehen. Eine Erfahrung an der ich grade sehr wachse und ich für dieses Wundervolle Horde wahnsinniger Wichtel dankbar bin, das sie trotz der Angriffe von außen, persönliche Verleumdung und Hetze gegen sie, weil sie sich einbringen, standhalten und es 3 JAHRE!!!! geschafft haben, 95-99% wollten uns nicht mal 3 Monate zugestehen….

Das Wohnzimmer sind die Menschen die es füllen. Traumhafte Irre Juwelen, die man schnell ins Herz schließen kann oder wirklich gefordert ist, mit diesen einen Raum zu teilen. Das Wohnzimmer, kann man nicht beschreiben, vor allem nicht via “Stille Post”, es ist das Leben, ständiger Wandel, ständiger Wechsel. Es ist eine Reise und man kann es nur selber erfahren, wenn man mal einsteigt und ne Runde mitfährt. Ich bin gerne Teil dessen und genieße die Kraft die ich daraus gewinne um meine nächsten hinterlistigen Machenschaften zum Zerfall der Matrix aushecken zu können.

We’re one, so the Show must go on! Namasté

Anja (Wichtel)

3 Jahre Wohnzimmer hört sich erst mal gar nicht so lange an und doch fühlt man, als wäre man schon eine Ewigkeit mitten drin.
Ich kam durch eine wunderbare Gesprächsanalyse mit Hannes überhaupt erst Mal zum Thema “Wohnzimmer“. Tja und das war 2015. Nach einer langen Nacht Dienst (der bis ca. 9 Uhr Morgens ging) fragte mich Hannes ob ich denn Bock hätte mich ein wenig mit ihm zu Unterhalten. Klar, wartete ja schon eine Zeitlang darauf mich mit ihm auszutauschen. Man muss dazu sagen, dass ich für ihn an der Tür vom Till Dawn arbeitete und das schon seit ein paar Jahren. Ich war durch einen Unfall eine Zeitlang nicht da und hörte von den Veränderungen von Hannes. Jeder behauptete er sei verrückt geworden, weil er alles verschenkte – und das er wohl erwacht wäre, was für Leute, die nicht wissen was das hieß und was es bedeutete erst mal als “VERRÜCKT“ abgestempelt wurde. Ich fand es spannend und verteidigte ihn bei allen. Also war ich sehr neugierig und wir fingen am 12.04.2015 an zu reden. Es sprudelte nur so aus uns raus, was wir dachten und fühlten. Wir merkten sofort, dass uns eine ganze Menge verbindet und das es gerade zum Thema “Erwachen“ eine Menge Mitteilungsbedarf gab. Er erwähnte am laufenden Band das Wohnzimmer und ich sagte zu, auch mal dort zu erscheinen. Am Ende unseres Gespräches kam ein ganz spezieller Satz von Hannes, den ich aber auch schon in meinem Kopf hatte. Der dort lautete: “ Anja, du weißt ja wo das Endet mit UNS.“

Also egal wo wir uns trafen, immer wieder fragte er, “Wann kommst du denn mal ins Wohnzimmer?“, und immer wieder antwortete ich “ja , ich komm ja vorbei.“
Letztendlich bin ich dann Ende 2016 endlich mal im Wohnzimmer aufgeschlagen…
Ich wurde an diesem ersten Abend mit so viel Liebe und Aufmerksamkeit von allen die da waren aufgenommen. Nach dem ich dann öfter dort hingefahren bin (ich kam aus dem ca. 63 km entfernten Braunfels) verstand ich Andere nicht, die mir versuchten zu erzählen, wie schlimm und wie verrückt es da wäre, weil man dort alles verschenkt und die Wichtel freiwillig ihren Dienst dort machten. Ich war BEGEISTERT!

Wie es auch anders nicht sein konnte, brachte ich mich dann auch als Wichtel dort ein und Hannes und ich waren (was wir ja schon wussten) seit dem Unzertrennlich. Für viele waren wir ein Dorn im Auge, nämlich, die Anja (die ja älter als Hannes ist) und Hannes, der ja Verrückt ist, hängen nur im Wohnzimmer rum und versuchen noch mehr umzusetzen. Es ging sogar soweit, das mein ehemaliger Chef der Sicherheitsfirma mich entlassen hat, weil ich nicht bereit war mich von Hannes und dem Wohnzimmer zu trennen. Dies bestärkte mich noch mehr meine Energie da hinein zu stecken, dass ich mit meinem Sohn nach Marburg gezogen bin und das direkt in die WG von Hannes. Das Wohnzimmer und seine Wichtel sind ein ganz großer Teil in meinem Leben geworden – und ja, es ist eine ganz besondere Familie für mich. Ich habe dann irgendwann den “Happy Kids Day“ ins Leben gerufen und bin begeistert über die vielen Ideen von den Kids , die mir immer wieder zeigen, dass es die beste Entscheidung war im Wohnzimmer aufzuschlagen. Es gibt immer mal Höhen und Tiefen untereinander und ich finde dies auch gar nicht so schlecht, weil als Gemeinschaft vom Wohnzimmer wir immer alle zusammen halten. Das Wohnzimmer ist der Anfang für Alle um zu lernen sich in einer Gemeinschaft mit Jung und Alt, mit Reich und Arm, mit Sehend und Blind, sowie mit Erwachten und die, die es noch werden zusammen etwas auf die Beine zu stellen. Eben als Gemeinschaft…

Es wird nicht bewertet, wer besser oder schlechter ist, es wird versucht bei Problemen zu helfen und Lösungen zu finden. Und das mit einander Feiern verbindet ja sowieso…
DANKE an ALLE, das ich ein Baustein dieses Wohnzimmers sein darf…
In Liebe und Freude
Anja 🙂

Jana (Bewohner)

Damals, kurz vor dem 1. Wohnzimmer-Sommerfest, wurde ich von einer Freundin mit dem Wohnzimmer vertraut gemacht.
Ich wohnte noch nicht lange in Marburg und habe vorher auch noch nie etwas über das “Wohnzimmer” gehört – außer einer Sache, dass Hannes der Verschwörungstheoretiker schlechthin sei.

Damals konnte ich mir noch unter diesen ganzen Themen gar nicht so richtig was vorstellen und bin deshalb auch unvoreingenommen mit ins Wohnzimmer gekommen, da ich mich sowieso da schon für die alternative Lebensweise interessierte – und seitdem war ich fast täglich, mit einigen längeren und kürzeren Auszeiten dort.
Von Anfang an haben mich das Wohnzimmer – die Bewohner – in guten sowie in schlechten Zeiten begleitet.
Es war total ungewohnt für mich – eine ganz neue, aber positive Welt.
Ich habe viele tolle, nette Menschen durch das Wohnzimmer kennen und lieben gelernt – auch tiefe Freundschaften haben sich gebildet & das Konzept fand ich auch von Anfang an super. Es gab immer Höhen und Tiefen, wie in einer großen Familie.

Quasi habe ich durch das Wohnzimmer erst richtig zu mir gefunden und mich somit rasant entwickelt – in meinem Denken, Handeln und einfach meinem SEIN.
Immer kamen bzw. Kommen neue Menschen ins Wohnzimmer und sind vermutlich auch erst einmal überfordert mit dem Konzept aber es dauert meist nicht lang – so wie bei mir damals – dass sie EINS werden mit der Wohnzimmergemeinschaft.

Karsten (Wichtel)

Ich bin Ende Juni, Anfang Juli 2015 im Wohnzimmer aufgeschlagen. Eine Freundin hat an einem Nachmittag ihre bestandene Bachelorprüfung gegenüber auf den Lahnwiesen gefeiert. Irgendwann, als die Sonne langsam begann unter zu gehen, meinte eine Kommilitonin von ihr: “Lasst uns noch ins Wohnzimmer gehen.“ ich war überrascht, dass wir ins “Clou“ gegenüber gingen. Da bekam ich dann gesagt, dass es das “Clou“, dass ich in all den Jahren davor vielleicht 3 mal betreten hatte und nur als “irgendwie verrauchte Metal-Kneipe“ eingeordnet hatte, nicht mehr gibt und bekam die Regeln zu lesen. Ich fand dieses “Konzept“, dass alles privat ist und auf Schenkungsbasis aufbaut, so gut, dass ich dachte: “Da willst du mit machen.“ Meinen Urlaub, 3 Besuche und ein längeres Gespräch mit Hannes später bin ich dann mitte – ende September beim Wichteltreffen dabei gewesen und seit dem bin ich dabei.

Mich beeindruckt bis heute, dass jeder Mensch grundsätzlich erstmal willkommen ist, egal wo er her kommt, wer er ist, was er vorher war oder gemacht hat. Die einzige “Bedingung“ ist eigentlich die Akzeptanz anderer Menschen und anderer Meinungen.

Für mich ist das Wohnzimmer ein Treffpunkt für Menschen. Hier treffen sich Schüler, Studenten, Leute, die arbeiten, Leute, die das -teils aus freiem Willen, teils unfreiwillig – nicht tun, Menschen, die in ihrem bisherigen Leben gescheitert sind und solche, die erfolgreich sind. Und, Überraschung, das funktioniert meistens sehr gut. Egal ob jemand eine komische Einstellung, einen anderen Glauben, eine andere sexuelle Orientierung oder eine “Behinderung“ hat, die meisten sprechen früher oder später miteinander und eben nicht (mehr) über- oder gegeneinander. Ich habe hier Toleranz und Akzeptanz erfahren und gelernt. Ich muss nicht mit jeder Ansicht von jedem Menschen konform sein, ich kann aber versuchen, diese Ansicht und den Menschen zu verstehen.

Ich bin gern in diesem Menschen-Wirr-Warr, denn ich treffe hier immer wieder tolle Menschen, die mir sonst nie über den Weg gelaufen wären.

Tschiggi (Wichtel)

Das erste Mal im damals noch Clou war für mich im Frühling 2014: Ich – kunterbunt angezogen – frage meinen Kumpel 10 Meter vorm Eingang, was denn da heute Abend ist. Es war Mittwoch: Metalstammtisch. Geleuchtet wie ein buntes Glitzer-Einhorn, was sich aber in der schwarzen Menge Pudelwohl fühlt. Das wiederholte ich gerne.

Ein bisschen über 1 Jahr später im Mai 2015 lernte ich einen meiner jetzigen Mitbewohnern (Hübsi) auf einem Geburtstag an der Lahn kennen, wo wir im Anschluss auch ins jetzt umbenannte Wohnzimmer gingen. An der Lahn wurde mir dann schon erzählt dass es ein paar Änderungen gab und ich zuerst einen kleinen Hefter lesen sollte, um alles grob zu verstehen. Gesagt, Getan, Geliebt! Zuerst nur in Begleitung, aber dann immer häufiger alleine, traute ich mich ins Wohnzimmer. Is ja eh Irgendwer da, den man kennt oder vielleicht kennen lernen möchte. Ich wurde Wichtel und bespaße euch jetzt Montags mit Hübsi bei der Kack-aoke.

Man sagt Familie kann man sich nicht aussuchen, doch ich hab’s gemacht. Umso mehr bedrückt es mich wie uns Manche – ohne uns zu kennen – einfach abstempeln: „die sind Hannes Jünger“ usw. GEEENAU! Aufnahmetest fürs Wichtelwerden ist übrigens Aluhutknicken auf Zeit mit verbundenen Augen!

Ich habe einen Ort gefunden wo ich so akzeptiert werde wie ich bin, wie ich mich fühle, an jedem Tag. Egal ob Wach oder Müde, Glücklich oder Traurig. Wo ich ohne zu zögern auf neue Besucher zugehe und ihnen begeistert von dem Projekt und dem Gedanke dahinter erzähle. Ich freu mich jedes Mal über das Gesicht wenn ich sag: ja 3 Jahre jetzt schon! Man setzt sich an einen Tisch mit Stift und Papier und plant sein Schloss und wenn man mag hilft einer einem (gut es war nur mein Bett, aber es ist schön geworden). Von den langen Party-Nächten und Tagen im Wohnzimmer fange ich jetzt lieber nicht an, das würde den Rahmen sprengen.
Es gibt ein Lied von Dritte Wahl das heißt „Liebe gute alte Zeit“ – was die Abende für mich ganz gut beschreibt.

Danke für diese Tolle Zeit mit euch, auf die nächsten 100 Jahre und noch mehr.

Carsten (Bewohner)

Die Frage “Wie geht es dir?” beantworten wir heutzutage gerne mal mit ‘gut’, auch wenn das nicht immer der Fall ist. Als ich im Februar 2016 ins Wohnzimmer kam, wollte ich einen Ort an dem ich bei einer Runde Billard entspannen konnte und niemand diese Frage stellte, denn reden wollte ich nicht. In einer Zeit in der mich vieles einfach nur genervt hat, fand ich dort einen Platz der Ruhe.
Nach ein paar Abenden stand ein großer, bärtiger Typ vor mir und fragte mich wie ich heiße. ‘Carsten, wieso?!’ war meine kurz angebundene Reaktion. Er grinste und sagte, ‘Ach cool, jetzt haben wir noch einen Carsten!’ – schätzungsweise war dass der Moment in dem ich ein Teil des Wohnzimmers wurde, auch wenn mir dieser Gedanke noch widerstrebte. Immerhin war mein Ziel ja nur etwas Ruhe und Abstand vom Alltag.
In den darauf folgenden Wochen unterhielten sich immer mehr Leute mit mir. Ich lernte meinen besten Kumpel Loki kennen, sowie einen gelegentlichen Mitbewohner (Grüße an Marius gehen raus) und aus Smalltalk wurden Gespräche mit neuen Freunden, die mir ihre Sorgen anvertrauten. Und auch ich lies einigen Personen gegenüber die metaphorische Maske fallen. Montags kam ich gerne, um zum Beispiel Hübi, Samira oder auch Mark beim Karaoke zu hören. Dienstags wurden kleine Billardtuniere gestartet und einzige Zeit später gab es dort die Skatrunde. Mittwochs war ich oft schon ausserhalb der Öffnungszeiten dort, weil ich Freunden ein bisschen Hilfe beim Billard gab und an Tagen an denen man nicht ins Wohnzimmer ging, traf man sich zum Grillen, zocken oder sonstiges in den eigenen 4 Wänden. Die Integration war abgeschlossen… aus einem neutralen, emotionslosen Ort wurde tatsächlich ein Wohnzimmer für mich, in dem ich eigene Energie miteinbrachte, denn – auch wenn man sich manchmal gegenseitig nervt – oft genug konnte ich mich dort wieder aufladen. Vielen Dank an euch bunte Gestalten 😛

Matze (Wichtel)

Kennen lernte ich das Wohnzimmer, das damals noch das Clou war, über die Hard & Heavy, was mich schließlich zum Metalstammtisch führte. Das müsste ungefähr 2011 gewesen sein. Der Laden war damals schon schon sehr alternativ und ich fühlte mich direkt wohl dort. Damals lebte ich noch in einer komplett anderen Welt, doch diese bekam schon erste Risse und fing stark an zu bröckeln als aus dem Clou schließlich das Wohnzimmer wurde. Ich war direkt begeistert von der Idee.
Als die alte Welt dann endgültig mit lautem Knall in sich zusammen gefallen war zog mich mein Bauchgefühl nach Marburg, nicht zuletzt weil ich wusste das ich dort eine Anlaufstelle haben würde. Am ersten Geburtstag des Wohnzimmers saß ich als taufrischer Marburger alleine an der Theke und ließ das bunte Treiben auf mich wirken. Schnell fand ich Anschluß und tauchte ein in eine für mich neue und aufregende Welt. Eine kleine Bühne für große Darbietungen, Drama, Tragödie, Komödie und Improvisationstheater. Voller Paradiesvögel, grauer Mäuschen, Opfer, Täter, Akteure und Statisten in ständig wechselnder Besetzung. Engstirnigkeit und Weltoffenheit, Verständnis und Ablehnung, alles auf engstem Raum vertreten und meist im regem Austausch am selben Tisch über ein Bier im Gespräch vertieft. Mit viel Engagement und Herzblut ehrenamtlich am Leben gehalten von einer kleinen Gruppe bunt zusammen gewürfelter liebenswerter Wahnsinniger in der ich schnell meinen Platz fand. Ich durfte Mittwochs Metal und Samstags Classic Rock Musik auflegen und war auf einmal mittendrin in einer neuen Welt, die ich mir niemals erträumt hätte. Neue Menschen, unvergessliche Abende, Begegnungen und Erfahrungen.

Hier musste ich mich nicht verstellen um akzeptiert zu werden. Fand ein offenes Ohr, eine Schulter zum ausheulen, einen großen Eimer zum auskotzen, Diskussionen über Gott und die Welt, unglaublich viel Spaß und Offenheit. Ich fühlte mich vollkommen vorurteilsfrei aufgenommen, entdeckte neue Talente, begann mich neu zu entdecken und verstehen, mein eigenes Selbst- und Weltbild zu hinterfragen, abzureißen und neu zu malen. Der Start eines langen, schmerzhaft schönen Prozesses der Selbstfindung, der noch lange nicht abgeschlossen ist.

Doch wo viel Licht ist, ist immer auch der Schatten.

Viel Gegenwind und starken Seegang muss die Wohnzimmer Crew aushalten um das Projekt am Leben zu halten. Der schlechte Ruf, am Leben erhalten von Menschen die zum Teil nicht einmal vor Ort waren um sich selbst ein Bild zu machen, Menschen die mit dem Konzept und der Offenheit vollkommen überfordert sind und schließlich sogar ein Anschlag, der unsere quasi nicht vorhandenen finanziellen Mittel und den Einsatz der Wichtel an Ihre Grenzen gebracht haben, und uns doch gezeigt hat was wir für ein gutes Team sein können. Wir stellen uns oft genug gegenseitig ein Bein aber heben uns immer wieder auf wenn wir gefallen sind, stehen gemeinsam füreinander ein, oder uns gegenseitig im Weg. Je nach Tagesform. Und manchmal lernen wir sogar was draus 🙂
Ich freu mich auf die nächsten Jahre. Vielen Dank für die unglaubliche Erfahrung.

Und denkt immer dran: Es ist unser Wohnzimmer!

Bringt euch ein, gestaltet mit, habt Teil an einer einzigartigen Gemeinschaft.

Nicht beschweren sondern besser machen. Legt die Vorurteile an der Tür ab und schaut einfach mal was passiert. Aber Vorsicht: Das kann eine wilde Fahrt werden 🙂

Öff Öff (und Anke Rochelt)

Wie seid ihr ins Wohnzimmer gekommen, und was ist das Wohnzimmer für euch? 14.1.2018

Auf Hinweis meiner Frau Anke Rochelt schreib ich mal was über meinen/unseren Bezug zu „Hannes Wohnzimmer“:
2010 lud mich Anke ein, aus einem Naturschutz-Gebiet in Sachsen, in dem ich als „Waldmensch“ lebte, nach Marburg zu kommen – wo ich einerseits gewiss auch ein Stück Natur finden könnte, auf dem ich weiter ‘Natur-Lebensweise ohne Luxus, Staat und Geld’ vor-demonstrieren könnte, und wo ich andererseits erheblich mehr soziale und kulturelle Resonanz finden könnte als in der Abgeschiedenheit Sachsens: Durch ein Bildungs-Projekt, die „Ganzheitliche Bildungs-Werkstatt lilitopia.de“, die sie mit mir gründen wollte, durch Kontakte zur Uni (u.a. in Verbindung mit ihrer anstehenden Diplom-Arbeit, die sie über solche alternativen Ideen schreiben wollte…), durch persönliche Kontakte von ihr, alternative Szenen usw…
Besonders in Verbindung mit der Montags-Mahnwachen-Szene fand ich spannende Kontakte, zu Udo Wierlemann, zu Hannes, und zu manchen anderen auch…
Ich warb überall für die Schaffung von Lebens- und Projekt-Formen, die für radikal offene Argumente-Kultur und freiwillige Gesamt-Verantwortlichkeit stehen können – was ich schon seit 1991 unter dem Titel „Schenker-Bewegung“ (bzw. „Bewegung für Ganzheitliche Nachhaltigkeit“) an verschiedenen Stellen Deutschlands versucht habe und wo es ein paar Projekte auch schon gibt…
Ich freute mich dann sehr darüber, dass aus dem Kontakt mit Udo die Zusammenarbeit einerseits für die „Nachbarschaft Deckenbach“ in Homberg-Ohm entstand, und andererseits für die „Perma-Oase“ bzw. „Real-Utopia-Wiese“ in Marburg-Ockershausen, was im Herbst 2012 auch vom Wiesen-Besitzer, dem Vorstand der „Transparek-Genossenschaft“, als gewollt bestätigt wurde…
Und ich war beeindruckt, als Hannes bei einer Montags-Mahnwache verkündete, dass das Schimpfen über die Politiker nicht wirklich was bringe, solange wir nicht bei uns selbst mit der Veränderung anfangen, und zwar gründlich… Und dass er deshalb künftig als ein „freier Schenker“ wirken wolle, und seine „Musik-Kneipe Clou“ umgestalten wolle zu „Hannes’ Wohnzimmer“, was er uns allen als einen Ort wahrhaft menschlicher und offener Begegnung anbieten wolle, nicht kommerziell, mit geschenkten Getränken, und Nachkauf, wenn genug Spenden dafür in die Spenden-Box kommen, usw… Und mit seinem zerschnittenen Ausweis, der an die Theke geklebt wurde… In Verbindung mit seiner ‘Auflösung’ vorhergehender Lebens-Grundlagen drückte Hannes mir auch eine größere Spende für die Real-Utopia-Wiese in die Hand, die ich als geldloser Mensch gleich an Udo weiterreichte, mit der Bitte um eine kleine Strom-Versorgung auf der Wiese …
Ich bin jemand, der ziemlich weit vorneweg auf Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit achtet. „Ein Mensch, ein Wort!“ steht bei uns in Schenker-Bewegung vornean… – Und ich muss sagen, dass ich Hannes in der Marburger Gegend als einen der aufrichtigsten und verlässlichsten Menschen kennengelernt habe bisher… Auch in diesem Sinne freuen meine Frau Anke und ich uns über das Zusammenwirken mit Hannes…

Was ist das Wohnzimmer für mich/uns?

Das Wohnzimmer ist eine sehr spannende Anlauf- und Sammel-Stelle für Menschen, auch aus wildesten und verrücktesten oder party-spaßigsten Szenen, mit schönen Umgangs-Regeln unter den Besuchern, liebevoll, kinderfreundlich, hundefreundlich usw… Und es ist ein sehr faszinierender ‘Durchlauf-Erhitzer’ für die Entwicklung von Menschen, in Richtung zu Bewusstwerdung und Verantwortungs-Reife…
Anke kannte die frühere „Musikkneipe Clou” auch schon und war auch damals schon positiv beeindruckt von der Freundlichkeit, mit der Menschen und Hunde willkommen geheißen wurden. Beispielsweise stand auf der damaligen Kneipen-Karte sinngemäß, dass erst der Hund und dann der Mensch bedient würde, und man könne für den Hund zwischen Hundefutter und Wasser oder Wasser und Hundefutter wählen ;-):-). Diese Freundlichkeit und herzliche Willkommenskultur ist nun in ein tief- und weitreichendes Konzept des freien Schenkens von Herzen eingebunden. Wir freuen uns sehr darüber, welchen Raum auf diese Weise Hannes für Frieden mit der Wohnzimmer-Idee geöffnet hat, für Schenken, Vernetzung, Begegnung und Umsetzung neuer Ideen, ganz offen für Menschen verschiedenen Alters, Herkunft, Glaubensausrichtung etc. (natürlich auch weiterhin herzlich willkommen mit ihren Hunden)… Das ist sehr berührend und weit-reichend 🙂.
Ich versuche, wenn ich in der Marburger Gegend bin (was ich manchmal durch Pendelei auch in andere Schenker-Projekte ergänzen muss), mehr oder weniger regelmäßig auch in Hannes’ Wohnzimmer vorbei zu schauen, was ich in den letzten Jahren des öfteren dienstags, ca. zwischen 19 und 20 Uhr, gemacht habe…

Meine ‘neueste’ Anregung für 2018 für Hannes’ Wohnzimmer ist es, den ‘Durchlauf-Erhitzer’ noch um ein weiteres Element zu ergänzen, ein „Nüchternes (Tabuloses) Büro“: irgendeine Räumlichkeit, und sei es ein kleiner Winkel, wo ohne Rauch, Alkohol, laute Musik usw. ein ‘idealistisches Planungs-Büro’ eingerichtet werden könnte, welches neben Nüchternheit im Sinne von Sucht-Freiheit auch nach möglichst ‘nüchternem Denken’ gehen will: vernünftig, sachlich, argumente-orientiert… – mit Prinzipien wie: ‘Möglichst unideologische, (konsens-)offene Argumente-Kultur – wo alle Argumente frei auf den Tisch kommen können und es echt nach Argumente-Qualität geht…’, ‘(„Organisches Denken“:) Auf wichtigste Fragen bestbegründbare Antworten suchen…’, ‘Steuerruder-Reife vor Steuerruder-Ergreifung: echte Mündigkeit bzw. Souveränität…’, ‘Echte Demokratie-Reife: Steuerruder nur abgeben, wenn (ganzheitliche bzw. globale) Verantwortung gewährleistet bleibt…’ ‘Bereitschaft zu argumentativer Konflikt-Arbeit, möglichst direkt miteinander, erforderlichenfalls mit weiterer Objektivierung bzw. Beteiligung anderer Menschen…’ usw…

Es lebe die ‘Gewaltfreie Welt-Revolution der Vernunft und Liebe’!…
Wir freuen uns darauf, auch weiter mit Hannes und seinem Team für die ‘große Metamorphose’ zu wirken…

Öff Öff (und Anke Rochelt)
global-love.eu
schenker_oeff@yahoo.de
015785065676

Sarah (Wichtel)

Es ist jetzt schon ein Weilchen her, als ich das damals noch Clou genannte Wohnzimmer, für mich entdeckt habe. Ich wurde von Freunden zum Metalstammtisch eingeladen und war erstmals überfordert. 20 Leute? Vor dem Clou? Eine halbe Stunde vor Öffnung? Wahnsinn!

Lustigerweise kannte man sogut wie jeden und so hat man recht schnell Anschluss gefunden. Ich habe aber auch viele neue Bekanntschaften gemacht, die mich sehr geprägt haben. Immer Öfter bin ich auch am Wochenende mitgekommen und habe die Zeit sehr genossen.

Ich kann mich noch gut an eine Zeit erinnern, in der es mir leider nicht so gut ging. Doch ich wurde durch Martin und Hannes aufgefangen. Und so habe ich für mich entschlossen dem heutigen Projekt „Wohnzimmer“ beizuhelfen.
Die Gemeinschaft, das füreinander da sein und vor allem die Liebe untereinander begeistern mich immer und immer wieder. Denn so mit der Zeit wurde das Wohnzimmer ein Stück zu Hause und Familie für mich.
Ich fühle mich wohl, geborgen und aufgenommen. Ich kann meine Sorgen teilen und mir wird geholfen, denn immer ist jemand für mich mit einem offenen Ohr und einem guten Ratschlag da. Und ich glaube, ohne das Wohnzimmer wäre ich nicht zu dem fröhlichen, ausgeflippten und verrückten Menschen geworden, der ich heute bin.

Klar, gibt es auch manchmal Streitigkeiten unter uns und wir gehen uns gegenseitig auf die Nerven. Aber in welcher Familie gibt es dieses Problem nicht? Am Ende sitzen wir wieder zusammen und können miteinander lachen, singen oder brüllen dummes Zeug durch die Gegend.
Ich hab sehr viele von euch, ganz doll in mein Herz geschlossen und Freundschaften geknüpft, die ich niemals wieder loslassen möchte. Ob es ein SamSam ist mit unserem bekannten: Hallo ! Ein Schwein! Ob es meine allerliebste Tschillige Tschilli Tschiggi ist mit einem: Wenn ich groß bin, werd ich Kapitän! Oder ob es ein liebevoller Waldi ist, den man gern durchknuddeln mag, weil er die Freude & Liebe nur ausstrahlt. Ihr alle. Ihr alle seit ein großer Teil meines Herzens geworden. Und dafür möchte ich euch danken.

Liebe. Fotze. Nen Scheißdreck.

Johannes (Bewohner)

Es ist der 7. September 2015, ein Tag vor meinem 18. Geburtstag. Es ist der Tag, an dem ich von Zuhause ausgezogen bin. Die letzten zwei Jahre sind mit Mobbing, Angst, Stress, Konflikte, Gewalt und Arbeit zu beschreiben. Ich wollte nur mal meine Ruhe haben. Mein Schicksal dachte sich bestimmt, dass ich nie meine Ruhe haben werde, solange ich nicht meinen Platz in der Welt gefunden habe. Ich habe mit meinem zu der Zeit noch Freund meinen Umzug geplant und sollte ein Zimmer, was noch renoviert wurde, in einer WG bekommen. Übergangsweise habe ich für einen Monat ein anderes Zimmer in der Gegend bekommen. Nach einem Monat sollte das Zimmer fertig renoviert werden, aber es war nicht fertig. Also musste eine Lösung her. So wurde ich vom Glaubenshof in Cyriaxweimar (was eigentlich eine Einrichtung für Depressive ist,) aufgenommen. Meine Möbel wurden dort abgestellt. Ich habe nur eine Bleibe gesucht. Mein Freund wollte mir einreden, dass meine Vergangenheit schwer zu verarbeiten ist und dass ich dafür Hilfe gebrauchen könnte. So kam es dazu, dass ich dort drei Monate lebte und schließlich Obdachlos wurde. Fast zwei Monate lang musste ich auf der Straße wohnen und wenige haben mir geholfen. Meine Mutter konnte meinen Anblick nicht ertragen und nahm mich wieder auf. Aber meine Möbel standen noch in Cyriaxweimar und ich hatte für einen Sprinter kein Geld. Also fragte ich nach Hilfe in der Facebook Gruppe verschenk’s Marburg, ob mir jemand seine Hilfe schenkt. Es meldete sich K. die zu der Zeit Wichtel im Wohnzimmer war. Ein paar Wochen Später fragte ich auf Facebook, ob jemand eine Tastatur zu verschenken hat. Wieder meldete sich K. und ich sollte sie im Wohnzimmer abholen. Ich las die Regeln und beschloss wieder zu kommen.

Das Wohnzimmer ist mein Zuhause. Hier sind die Menschen, die mich nie im Stich gelassen haben, obwohl ich am Anfang noch eine riesengroße Klappe hatte. Und das war noch nicht mal die einzige Macke an mir. Trotzdem werde ich verstanden und respektiert. Jeder, der mich näher kennt weiß, dass ich ein großes Herz habe. Allein der Weg ist das Ziel.

Wo ein Wille, da ein Weg.

 

Die Beiträge stammen direkt von den Bewohnern und Wichteln und wurden – wenn überhaupt – etwas für bessere Lesbarkeit überarbeitet. Inhaltlich wurden keine Veränderungen vorgenommen

6 Gedanken zu „3 Jahre Wohnzimmer

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